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Sarah Nollau

Fernsehen im Blut

Von Super-8-Filmen zum Regieleiter für ProSiebenSat.1: Wolfgang Lanzenberger, Spitzname „Lance“, ist ein Urgestein hinter der Kamera. Er war bereits bei Eureka-TV tätig, der Vorgängersender von Pro7, wie man es damals noch schrieb. „Ich bin seit dem ersten Sendetag bei ProSieben dabei“, erklärt Lance stolz.

Fernsehen im Blut

Man kann durchaus behaupten: Dieser Mann hat Fernsehen im Blut. Schon im Alter von elf Jahren war der Wunsch entstanden, Regisseur zu werden: „Ich habe nie daran gezweifelt, etwas anderes machen zu wollen. Bereits während seiner Kindheit drehte Lance Super-8-Filme und arbeitete während der Schulzeit als Kameramann an Auftragsprojekten.

 

Nach seinem Studium der Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Soziologie kam er zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dem Bayerischen Rundfunk, und drehte dort Fernsehberichte und Dokumentarfilme. Doch Mitte der achtziger Jahre lag Aufbruchstimmung in der Luft: Das Privatfernsehen ging an den Start und flimmerte über die Fernsehbildschirme in den Wohnzimmern und so folgte Lance dem Ruf der neuen Fernseh-Branche und wechselte seinen Arbeitgeber.: „Das Privatfernsehen bot ganz neue Möglichkeiten und brachte eine Frische ins Programm“, erinnert sich Lance zurück. Sein erstes Projekt bei Eureka-TV war die Verfilmung des Quelle-Katalogs – die Anfänge des Teleshoppings. Eine andere Sendung, welche Lance betreute, war das Frühstücksfernsehen, das ab sechs Uhr morgens bis mittags live auf Sendung war. Für Lance war das eine entscheidende Erfahrung: „Das war eine sehr gute Schule. Hier lernte ich, wie man live schnell auf Veränderungen während der Sendung reagiert. Das war Adrenalin hoch zehn!“

 

Heute ist Lance Regisseur bei Sendungen wie „Galileo“, „taff“ oder „akte“. Er ist für die Studioumsetzung zuständig und ist ein Bindeglied zwischen Redaktion und Technik. Damit alles reibungslos funktioniert, gibt es zu jeder Sendung einen Ablaufplan, der vor der Sendung detailliert bei der Studiobesprechung durchgegangen wird. Hier sind alle Gewerke beteiligt: Moderator, Chef vom Dienst der Redaktion, Regisseur, Aufnahmeleiter, Kameramann, Beleuchter, Toningenieur und Studioassistenten., Wichtig ist, dass alle auf dem gleichen Wissensstand sind. Nach der Besprechung gibt es Stell- und Lichtproben. Wenn live gesendet- oder aufgezeichnet wird, steuert Lance den Sendeablauf. Ähnlich wie ein Dirigent gibt er Einsätze und Kommandos. „Und dann hoffe ich, dass das Team auf mich hört!“, scherzt Lance. Ist die Sendung live, muss man mit allen Eventualitäten rechnen, beispielsweise dass ein Beitrag nicht fertig wird. In diesem Fall wird der Sendeablauf umgestellt.

 

Dank der vernetzten Technik geht heute nur noch wenig schief. Der Ablaufplan ist in ein Redaktionssystem eingespeist, das sowohl Server- und Grafiksystem steuert als auch das Zeitmanagement über das Redaktionssystem. Eine Anekdote von früher kann Lance natürlich trotzdem erzählen: „Kurz bevor wir mit unseren Nachrichten auf Sendung gehen wollten, fiel im kompletten Gebäude der Strom aus. Wir haben uns kurzerhand entschieden eine Notsendung aus einem anderen Gebäude fahren. Wir packten die Beiträge (damals noch auf Kassetten) in Plastiktüten und sind in ein anderes Gebäude gestapft. Für dieses Studio war natürlich nichts geprobt und eingerichtet. Während der Sendung gab jedes Teammitglied sein Bestes. Diese improvisierte Sendung hat wunderbar funktioniert und kaum einer hat’s gemerkt.“

 

Neben seinem Job als Regisseur ist Lance auch als Ausbildungsbeauftragter tätig.

 Er sorgt dafür, dass unsere Mediengestalter-Azubis geschult werden und durch unterschiedliche Stationen rotieren, darunter beispielsweise zu, Kamera, Licht, Bildtechnik, Schnitt und Vertonung. Zudem betreut er die Projektarbeiten der Azubis. Nach seinen 30 Jahren bei ProSiebenSat.1 macht ihm diese Aufgabe besonders Spaß: „Ich teile mein Wissen gern! Außerdem ist es schön zu sehen, wie sich unsere Azubis vom ersten bis zum letzten Lehrjahr entwickeln, an ihren Aufgaben wachsen und dadurch selbständiger und selbstsicherer werden. Alles in allem ist es als Regisseur meine Aufgabe, eine Atmosphäre zu schaffen, in der jeder sein Bestes geben kann.“

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