Möchtest du uns von deinen Erfahrungen im Zusammenhang mit deinem Coming-Out erzählen?
Sehr gerne. In meinem familiären Umfeld war mein Coming-Out tatsächlich überhaupt kein Problem. Ich wusste für mich schon immer, dass ich queer bin und habe es daher nie zu einem großen Thema gemacht.
Im beruflichen Kontext hatte ich für mich entschieden, mich nicht aktiv zu outen, da heterosexuelle Personen dies ja auch nicht tun. Wenn mich also jemand fragte, was ich am Wochenende gemacht habe, erzählte ich von Unternehmungen mit meiner Freundin. Bisher habe ich wirklich nur positive Erfahrungen gemacht und dafür bin ich sehr dankbar.
Wie schätzt du die Akzeptanz und Sichtbarkeit queerer Menschen in unserer Gesellschaft ein und welche Bedeutung haben dabei Allies (Verbündete) deiner Meinung nach?
Wenn man die aktuellen Entwicklungen in der Weltpolitik betrachtet, kann ich die Besorgnis vieler queerer Menschen gut verstehen. Für mich ist genau das aber Anlass, erst recht laut zu werden – und zwar nicht nur als queere Person, sondern auch gemeinsam mit Allies und Verbündeten. Ich glaube, dass viele potenzielle Allies sich gar nicht bewusst sind, wie wichtig sie und ihr Engagement für die Community sind. Dabei kann es schon im Kleinen beginnen, beispielsweise indem man das Welcoming-Out-Symbol als Button trägt. Gleichzeitig passiert natürlich auch viel Positives, was man an den großen CSD-Paraden in verschiedenen Städten sehen kann.