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Julia Rosenzweig

Queer im Job: Kimiya im Interview

„Ich mache keine binäre Unterscheidung in männlich und weiblich, sondern finde einfach einen Menschen toll!“

Hallo Dezember und hallo Kimiya, unsere neue Gästin in unser #QueerImJob Interview-Reihe 🌈

Als digitale Marketing Managerin bereichert sie seit 2024 das Team von Starwatch, dem P7S1 Vermarkter von Musik & Live Entertainment. Im Interview sprechen wir mit ihr über ihre Erfahrungen als queere Person, über Maßnahmen, die ein Unternehmen ihrer Meinung nach ergreifen kann, um ein LGBT+-freundliches Umfeld zu schaffen und über inspirierende Persönlichkeiten aus der Community. Und natürlich klären wir auch den Klassiker zu dieser Jahreszeit: Weihnachtsfan oder Weihnachtsmuffel? 😉🎄

Erfahrt außerdem einen Fakt über sie, der selbst für manche Kolleg:innen noch neu sein dürfte. Spoiler: sie hatte während ihres Studiums einen außergewöhnlichen Nebenjob 💡

 

 

Liebe Kimiya, toll, dass du bei uns bist! Unsere „Warm up-Frage“ an dich: Weihnachtsfan oder Weihnachtsmuffel?

Definitiv Weihnachtsfan! Ich habe schon als Kind im Sommer Weihnachtslieder auf dem Balkon gesungen, bis sich die Nachbarn beschwert haben (lacht). Ab Juli kommt bei mir schon erste Weihnachtsstimmung auf und im Herbst kaufe ich die ersten Spekulatius. Dazu noch „Weihnachtsmann und Co. KG“ oder nostalgische Barbie-Weihnachtsfilme – einfach herrlich. Ich mag auch die Handwerksmärkte in Berlin zur Weihnachtszeit und kann sie sehr empfehlen. 

Was genau machst du bei ProSiebenSat.1 und wie können wir uns deinen Arbeitsalltag vorstellen?

Gerne. Ich bin seit November 2024 als digitale Marketing Managerin bei Starwatch, dem P7S1 Vermarkter von Musik & Live Entertainment, tätig. Wir sind wie eine interne Agentur, die sich um Künstler:innen und Live-Events kümmert und dabei mit großen Musik-Labels zusammenarbeitet. Ich verantworte die strategische Planung und Analyse digitaler Kampagnen, die Zusammenarbeit mit verschiedenen internen und externen Teams sowie die Unterstützung bei der Einführung neuer digitaler Produkte. Die Arbeit mit digitalen Themen und Zahlen macht mir großen Spaß, weil sie so viel Klarheit bieten. Zahlen lügen schließlich nicht (lacht). 

Gibt es queere Persönlichkeiten, die dich besonders inspirieren oder die du als Vorbilder siehst?

Da fällt mir direkt Jessica Kellgren-Fozard ein, die als queere Creatorin mit Behinderung wichtige Aufklärungsarbeit leistet. Ich finde es beeindruckend, Stimmen zu hören, die Teil mehrerer Minderheiten sind, weil diese oft vergessen werden. Deswegen inspiriert mich auch Aabria Iyengar, eine schwarze, bisexuelle Schauspielerin, deren Geschichten viel Repräsentation bieten. Zuletzt möchte ich noch Jessica Ross nennen, eine queere Autorin und Comedian, die sehr authentisch und offen mit ihren Ängsten und Verletzlichkeiten ist. Diese Offenheit macht sie in meinen Augen nicht schwach oder verwundbar, sondern sehr stark. Durch deren Sichtbarkeit und Inhalte habe ich viel gelernt, besonders in der Anfangszeit von Social Media. Im deutschen Raum finde ich übrigens eine befreundete Drag-Queen besonders toll: Ellie Caballé. Sie ist wahnsinnig authentisch und macht anderen Mut, man selbst zu sein.

Du warst bei einem deiner vorherigen Arbeitgeber aktives Mitglied eines queeren Netzwerks und bist auch hier bei ProSiebenSat.1 Teil unseres LGBT+- Mitarbeitenden-Netzwerks PROUD. Wie wichtig ist es dir, dich aktiv für mehr Sichtbarkeit zu engagieren?

Das ist mir persönlich sehr wichtig. Tatsächlich war es auch einer der Gründe, warum ich mich entschieden habe, an dieser QIJ-Interviewreihe teilzunehmen. Als ich gesehen habe, dass queeren Mitarbeitenden hier eine Plattform geboten wird, um Sichtbarkeit zu erlangen, ohne Nachteile befürchten zu müssen, hat mich das wirklich berührt. 

Wie können aus deiner Sicht Unternehmen eine Kultur schaffen, in der sich queere Menschen sicher und akzeptiert fühlen?

Meiner Meinung nach sollte das Thema auf allen Führungsebenen präsent sein und aktiv in die Teams getragen werden. Es ist wichtig, kontinuierlich Feedback einzuholen, wie man unterstützen kann, und diese Vorschläge dann auch umzusetzen. Gleichzeitig braucht es eine "Null-Toleranz-Politik" gegen Diskriminierung jeglicher Form und anonyme Anlaufstellen, an die man sich bei Diskriminierung wenden kann. Außerdem hat mich damals in meinem Bewerbungsgespräch besonders beeindruckt, dass alle Personen, mit denen ich zu tun hatte, gegendert haben. Das heißt nicht, dass es jede:r tun muss, aber es fällt mir positiv auf, wenn es jemand macht. 

Wer unsere Interviews kennt, weiß, dass diese letzte Frage nicht fehlen darf: Gibt es etwas, das deine Kolleg:innen noch nicht über dich wissen?

Ja, da gibt es tatsächlich was. Und zwar habe ich nach meinem Studium fünf Jahre lang als Innenausstatterin eines Escape Rooms, gearbeitet. Das ist ein Spiel, bei dem man in einem Raum eingeschlossen wird und durch das Lösen von Rätseln innerhalb einer bestimmten Zeit entkommen muss. Ich durfte damals immer umsonst spielen und bin seitdem richtig gut im Rätsellösen und logischen Denken (lacht). 

Vielen Dank liebe Kimi für deine Zeit und die spannenden Einblicke in deine persönliche Geschichte!

Übrigens: Wenn ihr wissen wollt, welche Maßnahmen P7S1 ergreift um ein LGBT+-freundliches Umfeld zu schaffen, schaut euch doch mal hier die Ergebnisse des Audits durch die UHLALA Group an, die uns als Pride Champion mit Goldstatus ausgezeichnet haben 🏅